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Samstag, 6. Juli 2013

[Rezension] C. C. Humphreys "Vlad"


Inhalt

Auf Burg Poenari versammeln sich an diesem Tag sechs Menschen, um die Geschichte neu zu schreiben. Es wird vom legendären Vlad Dracula berichtet, König der Walachei, von seinen Feinden als "Der Pfähler" gefürchtet. Sie wollen seinen Namen von allen Lügen reinwaschen und dem Orden des Drachen zu neuem Ruhm verhelfen.
Es wird von Vlads Zeit als türkischer Gefangener berichtet, von seiner kurzen Herrschaft, dem tiefen Fall ins Exil und der erneuten Machtergreifung. Und wie ein roter Faden zieht sich durch sein Leben eine Geschichte von Freundschaft, Liebe und Verrat.

Ausgabe

Erstausgabe des Taschenbuchs mit 624 Seiten inklusive Glossar und Nachwort des Autors.

Preis

Das Taschenbuch ist für 8.95€ erhältlich.

Meine Meinung

Das Buch liegt schon lange auf meinem SuB und ich hatte mich bisher nicht rangetraut, da ich eine abgedroschene Vampirgeschichte vor historischem Hintergrund vermutete. Wie falsch ich doch lag!

"Vlad" zeichnet sehr genau das wahre Leben des Prinzen der Walachei nach. Der Autor schlägt eine Brücke zwischen historischer Realität und seiner eigenen Fantasie, was wirklich ausnehmend gut funktioniert.
Die Charaktere haben mich gleich von Beginn an gefesselt und mit in die Handlung gezogen, obwohl einem am Anfang sehr viele Personen gleichzeitig vorgestellt werden. Letzteres hat mich manchmal ein wenig verwirrt und ich musste manchmal Absätze zwei Mal lesen, um zu begreifen, was nun wirklich passierte.
Bei den vielen Bezeichnungen des türkischen Heeres war das Glossar sehr hilfreich, denn es listete noch mal alle Begriffe mit Bedeutung auf.

Was viele an dem Buch bemängeln, sind die sehr drastischen Gewaltdarstellungen. Ja, man sollte das Buch vielleicht keinem zwölfjährigen in die Hand drücken, das ist richtig, aber ich denke, dass man als halbwegs erwachsener Mensch mit dem Buch und der Darstellung von Gewalt umgehen kann. Fast jedes Kind kennt die Bram Stoker Geschichte von Dracula und jeder, der sich näher mit der historischen Figur beschäftigt, kennt auch die Person dahinter. Ich bin der Meinung, dass die Darstellungen nicht schlimmer sind, als in jedem derzeit herumgeisternden Splatter-Thriller und deswegen durchaus ertragbar.

Die Handlung hatte für mich immer wieder Höhepunkte, aber auch Flauten, in denen ich nicht richtig weiter kam und das Buch für eine kleine Weile aus der Hand legen musste.
Dazu gehörten teilweise die Abschnitte mit Kriegstaktik, die mir ein wenig zu weit ausgeführt waren. Weniger erzählen, mehr machen wäre hier schöner gewesen.

Sehr gut dargestellt fand ich die ständig zwiespältige Beziehung zwischen Vlad und seinem besten Freund Ion. Letzterer steht immer in der Pflicht, zu tun, was sein Prinz ihm befielt und ihm wie ein Freund die Meinung zu sagen. Als dann auch noch die Liebe um die gleiche Frau dazu kommt, platzt natürlich die Bombe.

In einem Nachwort fasst der Autor nochmal zusammen, was historisch belegt ist und dort wurde mir beim Lesen klar, wie wenig vom Buch eigentlich Fiktion ist. Ich bin wirklich verblüfft, wie gut der Autor es geschafft hat, Fakten zu einem spannenden und eindringlichem Buch zu verknüpfen, das einen auch nach dem Lesen lange nicht mehr los lässt.


Dienstag, 29. Januar 2013

[Rezension] Dr. Marco Moor "Lesen Sie mich durch, ich bin Arzt!"


Inhalt

Dr. Moor ist Internist in einer großen deutsche Klinik.
In seinem Buch berichtet er nicht nur vom Stationsalltag, sondern auch von seinem Bemühungen um die Chirurgin Katja.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Heyne Verlag mit 219 Seiten

Preis

Das Buch gibt es für 8.99€

Meine Meinung

Ich erfreue mich immer wieder an Geschichten aus Krankenhäusern. Vielleicht weil ich dann ein bisschen damit prahlen kann, dass ich wenigstens die Hälfte vom Medizinerdeutsch verstehe.

Auch hier hatte ich wieder viel Spaß. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten. Die Anekdoten reichen von witzig über anrührend bis zu traurig. Und immer im Hintergrund dieses kleine bisschen Wahnsinn, das in jedem Krankenhaus zu grassieren scheint.

Sehr schön fand ich auch die Illustrationen im Buch, die immer gut zu den jeweiligen Fällen gepasst haben.

Die Lektüre des Buches jedoch ist sehr sehr kurzweilig. Wenn ich es durchgängig gelesen hätte, wäre ich wahrscheinlich in weniger als einem halben Tag durch gewesen.

Trotzdem ist das Buch wirklich sehr zu empfehlen, für alle, die sich für Klinikalltag interessieren.

Sonntag, 27. Januar 2013

[Rezension] Roxann Hill "Für ein Ende der Ewigkeit"


Inhalt

Lilith scheint eigentlich ein ganz normales Mädchen zu sein: Sie steht kurz vor dem Abitur, überlegt sich, was sie danach studiert, treibt gern Sport... Doch eins an ihr ist nicht normal: Sie kann sich nur an die letzten vier Jahre ihres Lebens erinnern, als wenn sie vorher nicht existiert hätte.
Als in Liliths Lebens fast gleichzeitig zwei Männer auftauchen, bringt das jedoch alles durcheinander, denn auch Johannes und Asmodeo sind mehr als sie zu sein scheinen.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe mit 558 Seiten

Preis

Das Taschenbuch ist für 15.95€ erhältlich.

Meine Meinung

Ich habe das Buch als Wanderbuch bekommen und als es bei mir ankam und ich anfing, zu lesen, hab ich mich gefragt, warum ich mich für ein solches Buch angemeldet habe. Schließlich bin ich nicht unbedingt ein Fan von Fantasy.

Am Anfang hat mir das Buch noch ganz gut gefallen, da die ganze Handlung ein bisschen undurchsichtig und durchaus spannend war. Auch die beiden Männer waren mir ganz sympathisch. Anfangs waren Johannes und Asmodeo noch ziemlich schwarz/weiß gezeichnet, was sich zur Mitte hin jedoch entwickelte. Diese Entwicklung war durchaus nachvollziehbar und ich habe mich schon gefreut, dass nicht einer der Böse und einer der Gute war.

Lilith war für mich eher verschlossen und ging mir nach und nach auch auf die Nerven; ich kam mit ihrer Entscheidungsunlust einfach nicht richtig klar. Mit ihrem ganzen Charakter bin ich nicht so ganz warm geworden.

Was ich am Anfang an der Handlung noch ganz nett fand, wurde mir zum Ende hin irgendwann langweilig und dröge. Es war zwar schon auf den ersten Seiten verstörend, dass eine 18jährige ein Pentagramm in ihr Zimmer malt und hofft einen Dämon zu beschwören, der dann auch noch erscheint. Genauso merkwürdig war ein Vorfall bei einem großen Festival später im Buch, dass mich dann doch dazu übergehen ließ, das Buch schnellstmöglich wegzulesen.

Wahrscheinlich war es eine Mischung aus der Realität der Abiturprüfungen und des ganz normalen Lebens mit Dämonen und einigem Übernatürlichem, die mich nicht halten konnte. Durch die Mischung kamen mir viele Dinge logischerweise unrealistisch vor, die in einem anderen Erzähluniversum wahrscheinlich gut gewirkt hätten.

Sonntag, 16. Dezember 2012

[Rezension] Suzanne Collins "Die Tribute von Panem"


Inhalt

Jedes Jahr werden in Panem die Hunger-Spiele abgehalten. Dabei muss jeder Distrikt zwei Kinder als Tribut entsenden. In den Arenen bekämpfen sich die 24 Kinder bis auf den Tod - denn es kann nur einer als Gewinner der Hunger-Spiele hervorgehen.
Als ihre kleine Schwester Prim für die Spiele ausgewählt wird, zögert Katniss nicht lange und stellt sich selbst als Tribut. Zusammen mit Peeta, einem Jungen aus ihrem Distrikt, wird sie in die Arena geschickt, in dem Wissen, sich am Ende als Feinde gegenüberstehen zu müssen.
Doch alles kommt anders, schließlich sollen das nicht ihre letzten Spiele gewesen sein.

Ausgabe

Hardcover Ausgaben aus dem Oetinger Verlag mit insgesamt 1277 Seiten.

Preis

Alle Bände sind einzeln als Hardcover erhältlich. Zurzeit gibt es wieder ein Schuber-Angebot für 39.95€.

Meine Meinung

Da ich davon ausgehe, dass so ziemlich jeder diese Bücher gelesen hat, gehe ich wieder ganz offen mit dem Inhalt um, zu allen drei Teilen. Wer also nicht gespoilert werden möchte, der scrolle bitte runter zum Fazit.

Eigentlich wollte ich das erste Buch nur lesen, weil mich der Filmtrailer schon ein bisschen interessiert hatte. Anfangs war ich nicht unbedingt begeistert von der Story - mir dauerte es zu lange, bis alles endlich mal zum Punkt und damit auch in die Arena kam. In der Arena aber war es dann um mich geschehen und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Alles war so plastisch beschrieben, dass mir meine eigene Fantasie Angst einjagte.

Beim zweiten Buch ging es mir ähnlich. Diese "Lovestory" zwischen Katniss und Peeta passte mir irgendwie gar nicht. Viel lieber hätte ich natürlich Gale und Katniss zusammen gesehen.

Dass das gar nicht möglich ist, ist mir dann im dritten Buch aufgegangen. "Flammender Zorn" ist für mich im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern von vorne bis hinten absolut spannend. Immer wieder habe ich mir an den Kopf gefasst und mir gedacht, dass das doch eigentlich gar nicht wahr sein kann. Oft musste ich immer noch mindestens ein Kapitel lesen, weil das Ende des einen so spannend war.

Apropos Ende: Obwohl anders prognostiziert, hat mir dieses sehr gut gefallen. Schon relativ am Anfang des letzten Buches wird klar, wen Katniss wählen wird und dass es definitiv keiner sein wird, der ein mindestens genauso großer Dickkopf ist wie sie.
Der Prolog war befriedigend unbefriedigend, was keinesfalls negativ gemeint ist. Es wird erzählt, was in der Vergangenheit passiert ist. Das aller beste am Epilog ist aber, dass die Kinder keine Namen haben. Als ich die Wörter Junge und Mädchen gelesen hatte, dachte ich schon, gleich mit Namensneuschöpfungen à la Harry Potter konfrontiert zu werden. Das wäre absolut unangebracht gewesen und ich bin äußerst dankbar, dass dem nicht so war.

Den Charakteren stehe ich ein bisschen gespalten gegenüber. Gale mochte ich am Anfang ganz gerne, das änderte sich zum Ende hin aber immer mehr. Mit Peeta bin ich bis zum Ende nicht so ganz warm geworden, gerade weil er ja ein ach so guter Junge ist. Und Katniss... ja Katniss hätte ich im einem Moment knutschen und im anderen erwürgen können. Für mich schwankte sie stets zwischen dem einen und anderen Extrem.

Mein Fazit für die Bücher ist trotzdem relativ ausgeglichen. Mich hat diese Reihe gefesselt wie schon lange keine mehr. Und obwohl die Handlung - wenigstens des ersten Teils - absolut abgedreht und gruselig ist, hat sie mich mitgerissen und nach dem letzten Buch mit einem Stauen und einem deftigen Knoten im Hals zurück gelassen.

Montag, 3. Dezember 2012

[Rezension] Alden Bell "Nach dem Ende"


Inhalt

In einer Welt in ferner Zukunft zieht Temple durch ein ehemaliges Nordamerika, immer auf der Suche nach einer sicheren Unterkunft.
Denn diese Welt wird beherrscht von "Fleischsäcken" - Zombies auf der stetigen Suche nach Nahrung.
Als Temple in einer sicheren Unterkunft einen Mann in Notwehr tötet, muss sie fliehen, denn der Bruder des Mannes schwört Rache.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Heyne Verlag mit 319 Seiten, inklusive Danksagung.

Preis

Das Buch ist für 8.99€ erhältlich.

Meine Meinung

Mein wirklich allererstes Buch über Zombies war ein ziemlicher Reinfall.
Auf dem Klappentext steht eigentlich nichts von Zombies, deswegen war ich auch leicht verwirrt, als dann auf einmal welche auftauchten. Mein größtes Problem waren aber nicht die Zombies selbst, sondern der Fakt, dass wirklich an keiner Stelle des Buches der Auslöser für diese Epidemie genannt wird. Man lernt zwar immer wieder Personen kennen, die den Anfang miterlebt haben, aber keiner gibt mal an, was da überhaupt passiert ist und warum. Man tappt so gesehen die ganze Zeit im Dunkeln.

Auch was alles andere angeht, war ich nicht besonders erfreut. Für mich besitzt das ganze Buch absolut null Logik. Fast zwanzig bis dreißig Jahre nach dem Auftreten der Zombies ist in einem verlassenen Auto noch Benzin - ja klar - und Cola und Strom und alles gibt es auch noch. Ich meine damit nicht, dass alles ab dem ersten Tag ausfallen muss, aber nach so langer Zeit sollte es dann irgendwann zu Engpässen an der ein oder anderen Stelle kommen.

Beim Lesen kam bei mir auch nie so richtig Spannung auf. Alles plätschert so vor sich hin und die Handlung verfolgt kein richtiges Ziel - einfach nur weg, weg, weg ist bei mir kein Roter Faden.
Temples Beweggründe und vor allem ihre Vergangenheit sind bis auf ein paar Schnipsel unklar. Wie sie zu dem wurde, was sie ist, muss man sich aus ein paar Textfragmenten zusammenreimen.

Dass mir dann auch noch die Interpunktion deutlich zuschaffen machte, fällt dabei schon fast gar nicht mehr ins Gewicht. Die Unterhaltung werden einfach alle ohne Anführungszeichen geschrieben. Das hat mich ungemein irritiert, weil man durch fehlende "sagte sie..." nie so richtig weiß, wer spricht, geschweige denn weiß man, ob dies nur ein Gedanke ist oder doch zu einem Dialog gehört.

Alles in allem haben fehlende Logik und fehlender Roter Faden sowie die platten Figuren dazu beigetragen, dass ich demnächst von Zombie-Büchern Abstand halten werde.


Sonntag, 18. November 2012

[Rezension] Lee Child "Underground"


Inhalt

Als Jack Reacher in der U-Bahn eine vermeintliche Selbstmordattentäterin anspricht, um sie aufzuhalten, weiß er noch nicht, welche Auswirkungen das hat.
Schnell findet sich Reacher in einem komplizierten Fall wieder, bei dem er nicht weiß, wer Freund und wer Feind ist. Es vermischen sich Gegenwart und Vergangenheit und Reacher ist gezwungen, die Puzzleteile schnell zusammen zu fügen, um das Rätsel zu lösen.

Ausgabe

Hardcoverausgabe aus dem Blanvalet Verlag mit 448 Seiten.

Preis

Das Buch ist bisher gebunden für 19.99€ erhältlich.

Meine Meinung

Vielleicht bemerkt man es schon an der Zusammenfassung, aber ich habe extreme Schwierigkeiten, irgendetwas über das Buch zu sagen, ohne zu viel und damit auch fast das Ende zu verraten.

Aber von Anfang an: Eigentlich bin ich nicht der Fan von Polit-Thrillern und hätte das Buch wahrscheinlich auch nie ohne Antrieb von außen gelesen. Aber weil es mir aufgedrückt wurde, wollte ich es auch nicht ungelesen zurück geben, das hätte ich unhöflich gefunden.

Also habe ich mich gleich drauf gestürzt und ich war nicht allzu begeistert. Die Sprache ist sehr knapp gehalten und besteht fast nur aus Hauptsätzen und manchmal auch nur aus Bruchstücken von Nebensätzen. Das hat mir das Lesen deutlich erschwert, da für mich so kein Lesefluss entstanden ist.

Auch bin ich mit Reacher nicht so ganz warm geworden. Das mag aber auch an dem Schreibstil liegen. Reacher hat von Kapitel zu Kapitel immer mehr besondere Fähigkeiten und legt am Ende fast 20 Männer im Alleingang um. Erinnert mich sehr an die "Stirb langsam"-Filme und ist damit ungefähr so realistisch, als wenn die Toten jetzt aus ihren Gräbern steigen. Was sehr schade ist, denn ansonsten kamen mir gerade die Beschreibungen von New York und Washington sehr realitätsnah vor.

Das Ende fand ich sehr unbefriedigend. Im Endeffekt gibt es keine richtige Auflösung des Falls, dementsprechend konnte ich auch das Buch für mich selbst nicht so richtig abschließend.

Mein persönliches Fazit ist daher, dass ich eher keine Polit-Thriller mehr lese und doch lieber bei meinen alteingesessenen Genres bleibe.

Dienstag, 2. Oktober 2012

[Rezension] Hank Moody "God hates us all"


Inhalt

In seinem autobiografischen Roman berichtet Hank von seiner Jugendzeit auf dem College, seiner zahlreichen Freundinnen, manche mehr, manche weniger verrückt und von seinen Versuchen an Geld zu kommen.
Dabei lässt er natürlich kein Fettnäpfchen und keine Bettgeschichte aus.

Ausgabe

Erstauflage der Taschenbuchausgabe mit 254 Seiten inklusive Danksagung.

Preis

Das Taschenbuch ist für 8.99€ erhältlich.

Meine Meinung

Jedes Mal, wenn in "Californication" dieses Buch auftauchte, wollte ich immer wissen, was denn nun drin stand, dass man so leicht einen Film mit Katie und Tom draus machen konnte. Umso begeisterter war ich natürlich, als ich "God hates us all" - nicht unbedingt ein Titel, der zum Film "A crazy little thing called love" passt - im Laden stehen sah. Das musste ich einfach haben!

Nun, im nachhinein muss ich sagen, dieses Buch ist wirklich nur ein Merchandise-Artikel, eine Auftragsarbeit eben. Hank als Person ist zwar sehr gut getroffen, alles andere beziehungsweise jeder andere, wirkt platt und etwas gewollt. Die Charaktere konnten mich nicht fesseln, ich konnte mich nicht mit ihnen identifizieren, meistens habe ich eher den Kopf über sie geschüttelt.

Auch der Plot ist irgendwie nicht fesselnd. Wie fesselnd kann man sich vorstellen, wenn man weiß, dass ich sofort nachdem ich das Buch zugemacht hatte, vergaß was denn nun eigentlich passiert war und es mir auch erst wieder einfiel, als ich das Buch wieder aufmachte und die nächsten paar Sätze las.
Die Handlung ist einfach sowas von nichtssagend, dass man sie sofort wieder vergisst - nicht unbedingt etwas, das ein gutes Buch für mich haben sollte.

Das Buch ist was für Leute, die gerne ihre eigene Fantasie benutzen und sich vielleicht gerne mal ihre eigene Staffel "Californication" schneidern möchten. Wer hier aber hochliterarisches mit gut gezeichneten Figuren und einer eindringlichen Story sucht, ist hier eindeutig fehl am Platze!

Sonntag, 16. September 2012

[Rezension] Lena Falkenhagen "Das Mädchen und der Schwarze Tod"

Inhalt

Lübeck, 1465: Der Maler Berndt Notke hat den Auftrag erhalten, in einer örtlichen Kirche einen Totentanz zu malen. Doch je weiter er mit dem Gemälde fortschreitet, desto mehr Menschen kommen in er Hansestadt unter merkwürdigen Umständen ums Leben.
Das schreckt auch die junge Kaufmannstochter Marike auf, denn fast jeder der Toten hatte eine persönliche Beziehung zu ihr.
Sie tut sich mit dem Maler zusammen und lässt sich immer weiter in mysteriöse Machenschaften verstricken, bis diese nicht nur ihr einziges Problem bleiben - denn die Pest hält Einzug in der Hanse...

Ausgabe

Taschenbuch aus dem Heyne Verlag mit 528 Seiten inkl. Nachwort der Autorin.

Preis

Das Taschenbuch gibt es für 8.95€, das eBook schon für 7.99€.

Meine Meinung

Mittlerweile stehe ich historischen Krimis etwas kritisch gegenüber. Meistens ist zu viel Story rundherum und der eigentliche Krimi endet schon 100 Seiten vor Schluss - der Rest zieht sich.
Lena Falkenhagen hat mich da eindeutig eines besseren belehrt!

Der Einstieg fiel mir ein wenig schwer, ewig musste ich leider warten, bis dann wirklich mal der Schwarze Tod im Buch auftauchte!
Doch auch ohne ihn wurde es von Seite zu Seite spannender. Denn wenn man erstmal wirklich die komplizierten Zusammenhänge verstanden hat, dann macht es sehr viel Spaß, mitzurätseln, wer denn da woran eigentlich Schuld ist.

Begeistert war ich von den Figuren. Marike war nicht einfach nur die liebe Kaufmannstochter, sie ist verliebt, hegt Zweifel und verzweifelt. Die Personen sind vielschichtig und absolut lebensnah gezeichnet. Auch die Fahrenden sind nicht, wie in vielen anderen historischen Romanen, nur schwarz/weiß - das mochte ich besonders, wo ich doch ein Faible für Fahrende habe.

Das Ende hat mich sehr überrascht, da ich erstens nicht mit einer solchen Auflösung der Morde gerechnet hatte und zweitens auch nicht mit so einer Weiterführung der Geschichte. Das war nicht das Übliche und ließ den Roman auch noch ein wenig in meinem Kopf rumspuken.

Tolles Beiwerk war übrigens die Abbildung des Totentanzes - bis ich verstanden hab, dass sich jedes Bild auf jedes Kapitel bezieht, hat es aber eindeutig zu lange gedauert ;)


Dienstag, 24. Juli 2012

[Rezension] Brom "Der Kinderdieb"



Inhalt

In ganz New York sucht ein rothaariger Junge namens Peter nach ausgerissenen Kindern - denn diese sind eher bereit, ihm in sein Reich zu folgen und ihm zu helfen.
Einer der Ausreißer, den Peter mit nach Avalon nimmt, ist Nick. Doch Nick ist nicht wie die anderen: Er stellt Peter, seine Handlungen und ganz Avalon in Frage.
Als ihnen allen ein Kampf gegen einen schier unbesiegbaren Gegener droht, wird Nick zum Sündenbock der ganzen Gruppe - doch Peter sieht nicht ein, in welche Gefahr sie das alle bringt.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Droemer Knaur Verlag mit 656 Seiten inklusive Danksagung und Nachwort des Autors.

Preis

Das Taschenbuch kostet 12.99€.

Meine Meinung

Ich wurde magisch vom Coveer angezogen - und ich wurde nicht enttäuscht. Wer ein aufmerksamer Leser dieses Blogs ist, weiß auch, dass ich normalerweise kein Fan von Fantasy-Lektüre bin, aber dieses Buch hat mich so von den Socken gehauen, dass mich wahrscheinlich kein Fantasy oder Sci-Fi mehr so beeindrucken kann. Aber von Anfang an:

Wie wahrscheinlich die meisten, hat mich Walt Disney mit der Geschichte von Peter Pan bekannt gemacht. Und weil das ja schließlich ein Kinderfilm ist, hat man wohl die "Erwachsenen-Aspekte" rausgelassen. Deswegen auch hatte ich am Anfang des Buches mit Peters Gewalttätigkeit ein paar Probleme. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie mein Peter solche Sachen machen konnte. Erst im Nachwort erfuhr ich vom Autor vom "richtigen" Peter Pan, bis dahin hatte ich mich mit Peter arrangiert.

Man muss nämlich auch dazu sagen, dass der Roman mit Ausnahme von Peter und seiner nicht enden wollenden Kindheit ansonsten nicht viel mit dem bekannten Peter Pan zu tun hat - er ist lediglich daran angelehnt.
Ich spare es mir an dieser Stelle, alle Unterschiede aufzuzählen, das würde dieser Rezension nur einen negativen Anstrich verleihen und das ist wahrlich nicht meine Absicht. Es sei nur so viel gesagt: Der Klappentext sagt nicht ohne Grund "Vergiss das Märchen - erlebe das Abenteuer!".

Der Aufbau der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Durch Nicks Erfahrungen in der Gegenwart, sieht man, wie schlimm zugerichtet Avalon eigentlich ist, doch Peters Erinnerungen zeigen, dass das Leben dort einmal ganz anders gewesen sein muss. Das hat meine Fantasie natürlich extrem angeheizt - wie kam es dazu und wer ist Schuld daran? Die Auflösung kommt erst relativ spät, was aber auch vielleicht ganz gut so ist, denn es ist an genau der richtigen Stelle intigriert worden.

Die Welt hat mich sofort in sich eingesaugt, was aber auch an den Figuren und allen Beschreibungen der Umwelt liegt. Gerade, wenn man eine neue Welt beschreibt, kann man sich in diesen Beschreibungen leicht verlieren, was das Lesen für mich anstrengend und langweilig macht. Brom hat genau den besten Mittelweg genommen; er erklärt dem Leser viel, überlässt ihn an passenden Stellen aber auch seiner eigenen Fantasie.
Die Charaktere habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Obwohl Peter sehr gewalttätig ist, will er einfach nur das beste für Avalon und "seine" Dame. Eigentlich will er in seinem Herzen nur das beste, nimmt aber nicht unbedingt den richtigen Weg in diese Richtung.
Bei Nick brauchte ich ein wenig, bis ich mit ihm warm wurde. Er versteht einfach nicht, warum gerade er für Avalon kämpfen und sterben soll und stellt sich mit dieser Einstellung selbst ins Abseits. Im Laufe der Geschichte, ließ er mich durch die Veränderung, die er durchlebt aber näher an sich heran.
Die restlichen Teufel sind mir gleich ans Herz gewachsen und das Gemeinschaftsgefühl, was sie alle ausstrahlen, hat mich einfach mitgerissen.

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, es kam zwar nicht unbedingt komplett überraschend, bot aber einige komische Elemente.

Ich kann "Der Kinderdieb" allen empfehlen, die eigentlich kein Fantasy lesen, denn dieses Buch haut einen vom Hocker und öffnet den Geist für noch mehr tolle Fantasy! Zu jung sollte der Leser aber nicht mehr sein, denn Brom lässt es stellenweise schon sehr hoch her gehen.


Donnerstag, 19. Juli 2012

[Rezension] Laura Lay "Das Geheimnis der Flamingofrau"


 Inhalt

Kurz bevor der Autor Leon wegen Geldmangels aus seiner Wohnung ausziehen muss, bekommt er ein atttraktives Angebot: Er soll für die unbekannte Tanja R. einen personalisierten Roman schreiben. Einzige Bedingung: Leon soll das Mädchen am Flamingogehege beobachten und sie mit einbeziehen.
Dieses Mäsdchen fasziniert Leon mit jedem Besuch immer mehr und bald entwickelt sich eine Geschichte in der Geschichte.

Ausgabe

Kindle-Edition (Verlagslos) mit 50 Seiten/143KB.

Preis

Die Erzählung ist als eBook bei amazon.de für 2.79€ erhältlich.

Meine Meinung

Als ich die Anfrage der Autorin bekam, ob ich denn über diese Erzählung berichten möchte, war ich eher ein bisschen kritisch - ja, sie schrieb extra dazu, dass es kein "Hobbygeschreibsel" war, sondern echte Literatur einer "richtigen Autorin"... Trotzdem, erotische Literatur kann so leicht in billige Pornografie umschlagen, wenn man nicht vorsichtig ist, dass ich kurze fünf Minuten überlegen musste, bis ich dann endlich voller Freude alleine schon über das Angebot annahm.

Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Die ganze Geschichte ist sehr stilvoll ohne jemals platt oder gar billig zu wirken. Der Handlungsverlauf strahlt eine gewisse Spannung aus, da ich immer wieder wissen wollte, wie es mit Leon und der Flamingofrau weiter geht - die erotische Geschichte rückte dabei für mich fast ein bisschen in den Hintergrund.
Lediglich der Anfang zieht sich ein bisschen und ich war schon ein bisschen verwirrt, als sich Tanja von Rosenfels auf einmal in eine Tanja R. verwandelte. Irgendwie hat es bei mir ein wenig länger gedauert, bis ich begriffen hatte, dass es sich hier um eine Geschichte in der Geschichte handelt.

Auch die Charaktere sind einfach echt. Nichts wirkt gestelzt. Die Dialoge sind flüssig und ich konnte mich gut in Leon hineinversetzen, auch wenn ich das bei Männern aufgrund des anderen Geschlechts eher schwierig finde.

Schade, dass die Erzählung nur aus 50 Seiten besteht - ich habe noch so viele Fragen und möchte noch so viel wissen: Wo geht die Flamingofrau immer hin? Was hat es mit dem Fensterladen auf sich? Und wer ist Tanja R. wirklich?

Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung, denn diese Erzählung hätte es wahrlich verdient!


Danke an die Autorin Laura Lay, die mir die Datei kostenfrei zur Verfügung gestellt hat!


Montag, 25. Juni 2012

[Rezension] Daniel Kehlmann "Die Vermessung der Welt"


Inhalt

Von ihrer frühen Kindheit, ihren Erfahrungen, ihren Reisen, bis hin zu ihrem Treffen erzählt das Buch die Geschichten von Alexander von Humboldt und Karl Friedrich Gauß.
Humboldts Expeditionen nach Südamerika, Gauß' Leistungen um die Landvermessung. Alles wird thematisiert, ohne auch ihre kleinen Fehler und Schwächen auszulassen.

Ausgabe

9. Auflage der Taschenbuchausgabe aus dem Rohwolt Taschenbuch Verlag mit 303 Seiten.

Preis

Das Taschenbuch kostet 9.99€, die Hardcover Ausgabe 19.90€. Ich habe mir das Buch von eine Kollegin ausgeliehen.

Meine Meinung

Als wir während des Kurses vor kurzer Zeit schauten, ob in diesem Jahr noch gute Filme anlaufen, war unter den zahlreichen Premieren auch "Die Vermessung der Welt" - und da ich ja zweifelsohne immer das Buch lese, bevor ich den Film schaue, habe ich es mir gleich mal ausgeliehen.

Und ich weiß nicht unbedingt, was ich davon halten soll. Angeblich ist das Buch so ein großer Gewinn für die literarische Welt, weil Dialoge alle in indirekter Rede wiedergegeben werden. Aha. Ist ja nicht so, dass das schon einige Autoren vorher- weit besser - gemacht haben. Zumal diese die indirekte Rede auch das ganze Buch über durchgehalten haben. Bei Kehlmann erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich ihn grammatikalisch verbessern will, weil indirekte Rede eben nicht bedeutet, einen Dialog einfach ohne Anführungsstriche zu schreiben. Das ist für mich kein angenehmes Lesegefühl und das hat mich auch mehrmals an den Punkt gebracht, an dem ich das Buch fast weggelegt hätte.

Die Charaktere waren eher schwierig. Gauß ist das ganze Buch hinweg grießgrämig und mit sich selbst nicht zufrieden, aber auch nicht in der Lage, sein Leben für sich selbst zum Positiven zu wenden, zumal er sich sowieso einen Dreck um andere Menschen schert.
Humboldt ist kein Träumer, er erfüllt sich seine Träume und wird vielleicht auch deswegen als Sonderling gesehen. Doch auch sein Ehrgeiz wurde irgendwann für mich sehr anstrengend.

Witz habe ich in dem Buch nur wenig gefunden. Die einzig witzige Stelle war für mich, als Humboldt den Lama getroffen hat, denn das erinnerte mich ungemein an die Switch Parodie von Wer wird Millionär.
An allen anderen Stellen war ich eher unbeeindruckt von diesem "Humor".

Ich denke alles in allem, dass "Die Vermessung der Welt", nicht den Anspruch haben will, historisch korrekt zu sein. Das sagt mir allein schon folgender Satz:

"[...] Romane, die sich in Lügenmärchen verlören, weil der Verfasser seine Flausen an die Namen geschichtlicher Personen binde."
S. 221

Hier beweist Kehlamnn dann doch ein bisschen Selbstironie.

Was mich aber wirklich am meisten gestört hat, war der fehlende rote Faden. Da ist am Anfang diese Konferenz in Berlin und am Ende, aber der ganz Zwischenteil besteht nur aus Humboldts Südamerika Erfahrungen und Gauß' Landvermessungen. Ich habe einfach keine Spannungssteigerung erkannt und somit plätscherte das Buch für mich so vor sich hin.

"Die Vermessung der Welt" ist für mich ein Buch, bei dem es für mich egal gewesen wäre, ob ich es nun gelesen habe oder nicht. Es war ganz nett, aber nichts, was sich länger in meinem Gedächtnis halten wird.


Mittwoch, 2. Mai 2012

[Rezension] David Guterson "Schnee, der auf Zedern fällt"

Inhalt

Der Lachfischer japanischer Abstammung, Kabuo Miyamoto, ist angeklagt, seinen Kollegen Carl Heine umgebracht zu haben. Keiner kann die Tat, die nachts auf hoher See geschah bezeugen und doch gibt es viele Indizien, die Miyamoto schwer belasten.
Vor dem Hintergrund des nur knapp 10 Jahre zurückliegenden Krieges gegen Japan, versucht der Inselreporter Ishmael Chambers die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Ausgabe

5. Auflage der Taschenbuchausgabe von btb Taschenbücher mit 505 Seiten inklusive Glossar zur Fischerei.

Preis

Meine Taschenbuchausgabe ist nicht mehr erhältlich. Dafür kann man jetzt eine broschierte Ausgabe für 9.95€ kaufen.

Meine Meinung

Gleich zuerst muss gesagt werden, dass mein von diesem Buch keinen großen Krimi oder Thriller erwarten darf. Die Handlung ist ganz anders aufgebaut, nämlich nicht auf eine anfängliche Untersuchung des Falls. Die Story startet gleich bei der Gerichtsverhandlung und klärt dann nach und nach über Vergangenheit der einzelnen Charaktere und ihre Verbindungen zueinander auf.
Dabei wird nach und nach natürlich auch der amerikanisch-japanische Krieg und die daraus folgenden Vorurteile angesprochen. Ich fand das Thema sehr interessant, aber teilweise dann doch etwas sehr langatmig zu Papier gebracht. Ich muss gestehen, dass ich viele Absätze mehrmals lesen musste, um zu wissen, was ich da gerade gelesen hatte.

Die Verkettungen zwischen den Charakteren haben mir sehr gut gefallen. Auf einer Insel kennt natürlich jeder jeden und es ist schwierig, den ersten Eindruck gegen einen anderen zu ersetzen - so können sich schon mal jahrelange Streitigkeiten hochschaukeln.
Wie bei einer Gerichtsverhandlung aber doch schon fast üblich, waren mir die Zeugen dann doch zu schwarz/weiß-gezeichnet. Endweder war man für den Angeklagten oder gegen ihn, es gab keine Unstimmigkeiten, sodass die Aussage dann doch ein wenig ins Wanken gerät. Alle Aussagen und Indizien werden als eindeutig beschrieben und das war für mich dann doch eher ein wenig unglaubhaft.

Guterson legt im Allgemeinen sehr viel Wert auf Beschreibungen und Hintergrundwissen. Nur ungefähr ein Viertel des Buches drehen sich wirklich um die Gerichtsverhandlung, der Rest wird mit Umgebungsbeschreibungen - viel Schnee, viel Wasser - und Vergangenheitsszenarien "aufgefüllt". An manchen Stellen ist dieses Wissen durchaus interessant und hilfreich. An anderen Stellen war es mir deutlich zu viel. Ich kam beim Lesen dadurch sehr durcheinander und musste mehrmals im Klappentext nachlesen, worum es eigentlich nochmal ging. Der Autor ist mir manchmal einfach zu viel abgeschweift.

Auch das Ende hat mir nicht unbedingt gefallen. 20 Seiten vorm Ende wird einem die Lösung einfach so hingeschmissen und die möchte man jetzt auch noch so annehmen. Hinterher kommt noch eine Lebensweisheit und dann ist auch schon gut. Das hat mich absolut nicht zufrieden gestellt. Natürlich könnte jetzt auch jemand fragen, was mir besser gefallen hätte. Ich weiß es nicht, aber das Ende war dem Buch in seiner Gesamtheit nicht würdig.

Ich denke, um das Buch zu genießen, sollte man sehr viel Zeit und Ruhe mitbringen. Erst dann eröffnet sich hier ein besondere Gesellschaftsroman.

Montag, 26. März 2012

[Rezension] Rebecca James "Die Warheit über Alice"



Inhalt

Nach einem unglaublichen Verbrechen ist Katherine bei ihren Eltern ausgezogen und will nun die Highschool zu Ende bringen. Dort begegnet sie Alice, die sich schlagartig für sie interessiert und schnell werden beide Freunde.
Doch Alice hat auch eine grausame Seite, die nach und nach immer mehr in den Vordergrund rückt.
Doch was will sie von Katherine und was hat es mit Katherines Vergangenheit auf sich?

Ausgabe

1. Auflage der Taschenbuchausgabe aus dem Rohwolt Verlag mit 317 Seiten inklusive Danksagung.

Preis

Das Hardcover kostet 16.95€, das Taschenbuch ist schon für 8.99€ erhältlich.

Meine Meinung

Es ist schon ein bisschen länger her, dass ich keinen historischen Roman oder Thriller gelesen habe. "Die Wahrheit über Alice" war dementsprechend eine Umgewöhnung für mich. Ob es die beste war, daran lässt sich wohl zweifeln.

Das Buch hatte mich seit Längerem interessiert und so war ich froh, es endlich als Taschenbuch mein Eigen nennen zu können, schließlich hat es auf allen Blogs, denen ich folge, nur gute Fazits bekommen. Also habe ich die Rezensionen nie ganz gelesen und ließ mich vom Klappentext überraschen. Da ich davon ausgehe, dass eigentlich fast jeder dieses Buch gelesen hat, gehe ich mal ganz offen mit dem Inhalt um. Wer das Buch also noch lesen möchte und nicht gespoilert werden will, sollte hier aufhören und erst beim Fazit weiter machen.

Beginnend beim Aufbau: Was sollte das denn bitte??? Mir am Anfang schon zu erzählen, dass Alice am Ende stirbt, war der Spannung des Buches nicht wirklich förderlich. Als ich 50 Seiten vorm Ende war, habe ich mir überlegt, das Buch weg zu legen, weil ich eh schon wusste, wie es ausgeht. Wie sie stirbt, war mir dann auch egal. Dazu kommt noch, dass man mir auch schon ziemlich zeitig servierte, dass der Vater von Katherines Tochter sterben wird. Na großartig. Eigentlich hätte ich gar nicht bis zum Ende lesen brauchen.
 Auch die Teilung in zwei Teile ergab für mich keinen inhaltlichen Sinn. Wollte man da im Vertrieb einfach noch eine Seite dazuschummeln?

Die Charaktere bestätigen leider meine Bedenken gegenüber Jugendbüchern. Endweder ist man gut oder böse. Wird Alice eine gute Eigenschaft zugesprochen, folgt nach dem Komma sofort die schlechte. Sie wird lediglich auf den Teil ihrer Persönlichkeit beschränkt, der für das Buch wichtig ist.
Katherine war mir so unglaublich unsympathisch, dass ich mich gerade sehr darauf beschränken muss, höflich zu bleiben. Also endweder möchte man seine Ruhe, weil man die eigene Schwetser im Stich gelassen hat und einfach nur seinen Highschoolabschluss machen oder man lässt sich von Menschen beeinflussen. Beides geht nicht. Ich streite gar nicht ab, dass es durchaus Menschen gibt, die ein sehr einnehmendes Wesen haben, aber wenn ich alleine sein und bleiben will, dann ist das so und dann lasse ich solche Leute an mir vorüber ziehen und suche nicht noch ihre Aufmerksamkeit.
Außerdem hat Katherine es am Anfang des Buches schon gesagt: Alice hätte mit jedem an der Schule befreundet sein können, warum wollte sie ausgerechnet Katherine?! Um zu wissen, dass da was im Busch ist, muss ich nicht jahrelanger Krimileser sein.
Bevor ich mich aber über Vorhersehbarkeiten auslasse, noch ein Wort zu Mike: Wie verantwortungslos kann man sein? Sie haben ein paar mal das Kondom vergessen, aber Mike hatte versprochen vorsichtig zu sein??? Wobei denn bitte? Hat der in Bio nicht richtig aufgepasst? Das war eine Stelle, die mich von Anfang an richtig wütend gemacht hat. Natürlich wird Katherine schwanger, es wird also nicht gezeigt, dass man auch mit "vorsichtig sein" verhüten kann, aber ich finde Mike in dieser Rolle einfach verantwortungslos. Punkt aus.

So, Vorhersehbarkeit: Wie ja schon anfangs angedeute, konnte ich mich schon wegen des Buchaufbaus nicht besonders überraschen lassen. Dann kam aber noch dazu, dass Alice so vorhersehbar unvorhersehbar war. Soll heißen: Auf der einen Seite war sie unglaublich freundlich, vom Klappentext her (und weil man es sich denken kann) wusste ich aber, dass das nicht lange so bleibt und schwupps, war sie auf der folgenden Seite wieder die Zicke. Strike, ich hatte Recht. Auch ihre ständigen Anspielungen und immer wieder das Aufgreifen der Jungen, die Katherines Schwester ermordet haben, suggerierten mir, dass da was nicht ganz koscher ist. Denn ein muss gesagt sein und das kann auch keiner abstreiten: Nichts in diesem Buch passiert ohne Grund. Wenn ich jetzt dreist wäre, würde ich sie mit Goethes "Faust" vergleichen, aber den Vergleich würde sie verlieren.

Ich möchte der Autorin nichts absprechen, aber ich glaube, sie wollte aus dem Roman mehr machen, als sie am Ende konnte. Es sollten so viele Themen verarbeitet werden - Stalking, Schuldgefühle, Rache - aber leider scheitert sie meines Erachtens an einem kleinen aber wichtigen Detail: Emotionen. Nie habe ich wirklich mit den Charakteren mitfühlen können, nie ging mir eine Stelle wirklich nahe. Eigentlich habe ich die Story so über mich ergehen lassen und war am Ende froh, dass es vorbei war.

Genug geredet. FAZIT: Ich traure im zehn Euro, die ich besser hätte anlegen können, denn das Buch hat mich nicht nur Lebenszeit, sondern auch noch Geld gekostet. Die Charaktere sind mir zu platt, die Story zu vorhersehbar. Wiedermal hat ein Jugendbuch bei mir verloren.


Donnerstag, 8. März 2012

[Rezension] Alexandre Dumas "Die Kameliendame"





 Inhalt

Armand Duval, der in Paris eigentlich eine respektierliche Stellung als Jurist oder Arzt erlangen wollte, verliebt sich in die Buhlerin Magarete Gautier.
Trotzdessen ihm bewusst ist, dass er mit seinem Einkommen Magaretes Bedürfnisse nicht decken kann, will er sie für sich ganz allein. Armand ist auch in der Lage, eine Zeit so zu leben, bis sein Vater sich in die Liebe zwischen ihm und Magarete einmischt.
Erst nach Magaretes Tod erfährt er dann, warum sie ihn so schmerzlich verletzt hat.

Ausgabe

Gebundene Ausgabe aus dem Neumann & Göbel Verlag mit 288 Seiten.

Preis

Meine Ausgabe ist nicht mehr erhältlich. Mann kan das Buch aber schon ab 6.90€ bei einem anderen Verlag erwerben.

Meine Meinung

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hat mir das Buch gut gefallen.
Auf den ersten paar Seiten musste ich mehrmalsden Klappentext lesen, da die Handlung eigentlich rein gar nichts mit dem Klappentext zu tun hatte. Aber dann kam die Auflösung, die ich als durchaus gut durchdacht empfand: Die Geschichte wurde mir von Armand selbst erzählt! So lernt man den anfänglichen "Protagonisten" gar nicht richtig kennen - er stellt sich auch gar nicht vor - denn tatsächlich ist es der Leser selbst. Das fand ich sehr interessant, denn ich hätte nicht gedacht, dass das auch bei einem anderen Medium außer dem Film gut funktionieren könnte.

Ich fühlte mich durch Magaretes Verhaltren von Zeit zu Zeit an "Madame Bovary" erinnert. Dadurch war sie mir nicht besonders sympathisch. Sie wurde es erst, als die Geschichte wirklich aufgelöst wurde. Vorher habe ich mir jedes Mal wieder an den Kopf gegriffen und mich gefragt, wie man nur eine solche Dummheit vollbringen kann.

Die Inhaltsangabe drückt das Ende ja schon aus, trotzdem war es nicht ganz so flach, sondern noch ausgeschmückt und hinterließ - übrigens genau wie "Madame Bovary" - einen ziemlich bitteren Nachgeschmack und ich habe danach noch eine Weile darüber nachgedacht.

Es ist zwar eine Übersetzung, die etwas archaische Sprachweise wurde aber übernommen, wodurch die Handlung und die Sprache sehr authentisch bleibt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Durch sein Alter ist eine ganz andere Art von historischem Roman und es sei jedem ans Herz gelegt, der auf eine zuverlässige Beschreibung der damaligen Zustände Wert legt.


Mittwoch, 8. Februar 2012

[Rezension] Erin Hart "Kalte Umarmung"



Inhalt

In einem irischen Moor wird eine Leiche aus der Steinzeit gefunden, sofort wird Nora Gavin von Dublin in das kleine Örtchen Loughnabrone gerufen, um sie zu bergen. Nur Stunden später wird eine weitere Leiche im Moor gefunden; sie weist die gleichen Verletzungen auf und doch ist an ihr etwas anders, denn sie ist gerade mal 25 Jahre alt.
Es beginnt eine Jagd auf den Mörder, der seine blutige Spur quer durch das Moor zieht und in der Gegenwart weiter mordet.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Heyne Verlag mit 473 Seiten

Preis

Das Buch ist derzeit nicht mehr lieferbar.

Meine Meinung

Weil ich mal wieder eine SuB-Leiche ausgraben wollte, habe ich dieses Buch gelesen.
Der Klappentext hörte sich interessant an, vorallem, weil es recht wenige Bücher über das doch sehr spannende Thema Moorleichen gibt - oder irre ich?!
Der Prolog klang recht vielversprechend, doch danach ging es stetig berab. Aber erstmal ganz langsam:

Das Buch startet schon mit Beziehungsproblemen und einer Frau, die sich darüber ihre Gedanken macht. War eigentlich ganz okay, wenn dieser Beziehungsquatsch nicht ungefähr 75% des Buches eingenommen hätte. Wenn Cormac und Nora gleich am Anfang Klartext geredet hätten, wäre wahrscheinlich auch der Mord schneller aufgeklärt worden. Im Allgemeinen war mir außer dem Detective Ward niemand aus dem Buch so richtig sympathisch. Alle haben gejammert - schwere Kindheit, keine Liebe, Schwester tot und das immer abwechselnd, damit auch keine Langeweile aufkommt.

Sehr ermüdend fand ich die ewigen Diskussionen über den Verbleib des Schatzes von Loughnabrone. Dem Leser wurde etliche Seiten vorher schon gesagt, wo dieser versteckt ist - so war es einfach nur noch langweilig, weil ich selbst keine Möglichkeit hatte, mit zu rätseln. Außerdem fiel dadurch ein potentieller Mörder schon mal weg - das wusste man als Leser, die Ermittler wussten es natürlich nicht.

Extrem schade war, dass das Thema Moorleiche doch so ungenügend zum Zug kam, denn eigentlich sollte es doch genau darum gehen, oder? Leider zog die Autorin es aber vor, die Analyse der Moorleiche aus der Steinzeit nur noch am Ende zu erwähnen und sie sonst ganz aus dem Buch wegzulassen. Meines Erachtens unsinnig, es war schließlich der Aufhänger des ganzen Buches, jetzt wird der Leser in der Luft hängen gelassen; soll vielleicht sogar animiert werden ein zweites (bzw. drittes) Buch der Autorin zu kaufen?! Tut mir leid, das ist mir zu billig.

Wenn man Beziehungsstress und einen wenig durchdachten Krimi mag, dann ist dies genau die richtige Wahl.

Sonntag, 22. Januar 2012

[Rezension] Tanja Kinkel "Die Puppenspieler"

Inhalt

Richard Artzt ist 12 Jahre alt, als er zusehen muss, wie seine Mutter als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.
Danach kommt er nach Augsburg zur Kaufmannsfamilie Fugger, in die seine Tante eingeheiratet hat. Dort lernt er neben seiner Familie auch das Kaufmannshandwerk kennen. Schon bald befindet Jakob Fugger ihn für fähig, die Geschäfte in Florenz zu betreuen.
Richard reis daraufhin nach Italien, wo er nicht nur auf die Liebe, sondern auch auf Machtgier, Eitelkeit, Verleumdung und schließlich den Tod treffen wird.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Goldmann Verlag mit 669 Seiten inklusive Schlussbemerkung.

Preis

Das Taschenbuch kostet, je nachdem welche Ausgabe man kauft, endweder sieben oder zehn Euro.

Meine Meinung

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Zwischendurch war es zwar etwas verworren und hat sich manchmal ein wenig in die Länge gezogen, aber dennoch war es sehr gut.

Die Charaktere sind - bis auf ein paar Ausnahmen - sympathisch und es machte Spaß, ihren Weg zu verfolgen. Mir gefiel Richards Wissendurst und auch, wie er mit dem Tod seiner Mutter umgeht, nachdem er stets und ständig wieder damit konfrontiert wird.
Jakob dagegen ist ein ganz anderer Charakter und doch sind er und Richard sich ähnlich - beide sind "Puppenspieler" und ziehen die Fäden in ihrer Umgebung.

Wer vom Titel auf die Handlung schließen will, kommt also nicht weit. "Die Puppenspieler" hat sehr wenig mit der Reise von Gauklern durch das Italien der Renaissance zu tun; es spielt mehr auf das Fädenziehen der Fugger in dieser Zeit ab.

Es hat mich sehr beeindruckt, wie Tanja Kinkel die historische Realität mit ihrer Fiktion verwoben hat. Zwischendurch habe ich mich immer mal wieder durch Online-Lexika gestöbert, um zu erfahren, was hier Realität ist und was nicht. Die Idee, Jakob Fugger eine Frau hinzu zu spinnen und solche Familienfehden zu ersinnen, war schon sehr schlau. Das ist eindeutig die große Stärke dieses Romans.

Wer also historische Romane mag, die sich sehr an der historischen Realität anlehnen und doch nichts an Spannung und interessanten Charakteren vermissen lassen, dem sei "Die Puppenspieler" sehr ans Herz gelegt!

Montag, 12. Dezember 2011

[Rezension] Kage Baker "Im Land der Unsterblichkeit"

Inhalt

Von der spanischen Inquisition gefangen genommen, wird die kleine Mendoza von der Firma Dr. Zeus gerettet. Dieses Unternehmen aus dem 25. Jahrhundert rekrutiert seine Arbeitnehmer aus verschiedenen Epochen und macht diese unsterblich, damit sie Gegenstände oder Pflanzen sicherstellen und diese in der Zukunft wieder auftauchen können.
Mendozas erster Auftrag ist jedoch nicht in der Neuen Welt, wie sie es sich erhofft hatte, sondern in England zur Zeit der Hochzeit von Prinz Phillipp von Spanien und Königin Mary, die ihrem England den Katholizismus zurück gebracht hat.
Ausgerechnet in diesem verworrenem Zeitalter verliebt sich die junge Mendoza in den Protestanten Nicholas. Doch sie muss auf der Hut sein: Er darf ihr Geheimnis um keinen Preis erfahren und wird gleichzeitig von den Wirren des politischen Umschwungs bedroht.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Heyne Verlag mit 362 Seiten.

Preis

Meine Ausgabe ist nicht mehr erhältlich, der Heyne Verlag hat das Buch jedoch noch einmal neu aufgelegt, heißt "Die Feuer der Inquisition", kostet 8.95€ und ist ebenfalls... nicht erhältlich.

Meine Meinung

Das Buch gehörte zu meinen SuB-Leichen und ich hatte es mehr zufällig aus dem Regal gegriffen, als ich eines Morgens kurz davor war, ohne Buch in die Bahn zu steigen.
Ich bin sehr froh, es gelesen zu haben, denn es hat sehr viel Spaß gemacht, obwohl es eher eine Liebesgeschichte als ein wirklicher Fantasy-Roman ist.

Der Anfang der Geschichte - gerade die Schilderung ihrer Ausbildung bei Dr. Zeus - war sehr spannend. Auch wenn manche Technologien sehr fortschrittlich waren, konnte ich mir durch die guten Beschriebungen ein Bild davon machen.
Als es dann heißt, dass Mendoza nach Spanien und von da aus nach England muss, ist sie ein typischer Teenager - zickig und unnahbar. An dieser Stelle bekam ich eine leichte Abneigung gegen sie, die sich aber bald wieder legte.

Auch die anderen Charaktere waren mir durchweg sympatisch, allen voran Nicholas, den ich gerade wegen seiner Haltung von Anfang an ins Herz geschlossen hatte.
Auch Mendozas Mitstreiter sind ein bunter Haufen und überaus lustig. Joseph, der ihren Vater mimt und versucht, jede Lüge, die Mendoza Nicholas über sie erzählt, wirklich in seine Identität mit einzubinden, und Nefer, die sich in England ganz fürchterlich langweilt, weil sie eigentlich sonst mehr von Rindern versteht, als von Botanik.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Mendoza geschrieben und so bekommt man ohne zu große Erklärungen eines Erzählers mit, welche Geräte sie in die Vergangenheit mitnehmen durfte und als was sie getarnt sind. Ganz besonders hat mir dabei ein kleines Kästchen gefallen,das eigentlich ein Radio ist und das die Sterblichen nicht hören können.

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, weil es mal nicht das übliche "Alle haben sich wieder lieb" ist, sondern einen durchaus nachdenklich zurück lässt.

Alles in Allem hat mir der Roman ausgesprochen gut gefallen, man sollte jedoch mehr Liebesgeschichte als Sci-Fi von dem Buch erwarten, damit man nicht enttäuscht wird.

"Im Land der Unsterblichkeit"/"Im Feuer der Inquisition" ist der Auftakt zu einer Reihe, die als Reihe namens "Zeitstürme" wieder aufgelegt wurde.

Monthly theme

Ich habe das Buch für das monthly Theme "Back to school" gelesen. Das es jedoch ein bisschen Science-Fiction, eine Liebesgeschichte und eine Person mit besonderen Fähigkeiten in sich vereinigt, habe ich es der allgemeinen Sparte Naturwissenschaften zugewiesen.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

[Rezension] Olivier Bleys "Die Blaufärber"

Inhalt

Eigentlich soll Simon Terrefort in die Fußstapfen seines Vater treten und ebenso ein guter Rotfärber werden, wie er. Doch eine Begegnung im Wald, bei der er eine wunderschöne blaue Marienstatue findet, setzt diesen Plan komplett außer Kraft.
Schon kurz darauf färbt er Blau für den größten Rivalen seines Vaters, einen Kaufmann. Simon ist am Anfang gefesselt von den Reichtümern, die vom Färben ausgehen, geht jedoch später dazu über, nur zu färben, um das herrliche Blau der Marienstatue nachzubilden.
Aber noch ein Problem erschließt sich dem jungen Färber: Stetig besucht ihn Margelonne, die Frau des Kaufmanns, um bei ihm zu liegen. Als sie jedoch ein Kind von ihm erwartet, geht alles schneller als gedacht.

Ausgabe

1. Auflage der Taschenbuchausgabe aus dem Ullsteinverlag mit 335 Seiten.

Preis

Das Buch ist derzeit nirgendwo lieferbar. Wer es dennoch haben möchte, der sollte sich da das Online-Auktionshaus halten.

Meine Meinung

Kennt ihr das, wenn man zu einem Buch oder einer Sache gar keine Meinung hat und diesem ganz einfach nur gegenüber steht? So geht es mir mit "Die Blaufärber".

In der Handlung schieben sich die verschiedenen Personen immer wieder gegenseitig den Schwarzen Peter zu, dementsprechend stand ich selbst als Leser immer wieder zwischen den Fronten und wusste nicht, welcher Gruppe ich mich zugehörig fühlen sollte.

Die Charaktere fand ich undurchsichtig und irgendwie flach. Ich konnte mir kaum ein Bild von ihnen machen, obwohl sie zeitweilig wirklich überschwenglich beschrieben wurden. Bei Simon kann der Autor sich scheinbar nicht entscheiden, ob er ein geldgieriger Färber oder doch ein liebender Vater werden soll. Die Brücke zwischen den beiden Fronten wird so schnell geschlagen, dass ich nicht einen Hinweis auf Entwicklung der Person entdeckn konnte.
Auch Maguelonne ist ein Fall der Entwicklung während Nicht-Entwicklung. Einerseits will sie nur ein Kind von Simon andererseits lässt sie ihn vom Geld ihres Mannes pflegen un vertraut ihm am Ende ihr Kind an. Entwicklungsspanne: nicht vorhanden.

Der einzige Charakter, den man wirklich einschätzen kann, ist der Kaufmann. Der ist einfach auf sich selbst bezogen, arrogant und geldgierig - diese Eigenschaften machen die Figur aber natürlich nicht besonders sympathisch.

"Die Blaufärber" ist ein Roman, durch den ich mir ein bisschen gequält habe und bei dem ich am Ende wirklich froh war, dass ich endlich zu anderen Büchern übergehen kann.

Monthly Theme

"Die Blaufärber" habe ich für das monthly theme "Back to school" in der Kategorie Geschichte gelesen.

Sonntag, 27. November 2011

[Rezension] Justyna Polanska "Unter deutschen Betten"

Inhalt

Justyna kommt als Anfang 20jährige nach Deutschland, um hier eine Job als Au-Pair Mädchen anzutreten. Dies wird aber schwerer als gedacht, da die Familie getrennt lebt und der Vater, bei dem sie wohnt, kaum genug Geld hat, um den Kühlschrank zu füllen.
Dankbar nimmt sie deswegen das Angebot an, bei anderen Deutschen als Haushaltshilfe - oder auch Putzfrau - zu arbeiten.
Justyna erzählt in ihrem Buch nicht nur die Geschichte ihrer Reise nach Deutschland, sondern auch verschiedene kleine Geschichten, die ihr in "ihren" Haushalten untergekommen sind.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Knaur Verlag mit 223 Seiten.

Preis

Taschenbuch und eBook kosten jeweils 8.99€

Meine Meinung

Im Allgemeinen hat mir das Buch ganz gut gefallen. Es ist ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch.
Man sollte sich aber vom Titel nicht mehr erhoffen, als wirklich da ist. Das Buch besteht nämlich zu einem Großteil nur aus der deutsch-polnischen Geschichte von Justyna und eher weniger aus Geschichten über ihre Kunden.

Dabei soll auch noch gesagt sein, dass hier massenhaft Klischees bedient werden - der Macho mit dem Teddy-Tick oder ein Mann, der mehr ausgibt, als er eigentlich hat, geizige und auch ein wenig hinterlistige Deutsche; all das bekommt man hier zur Genüge. Es gehört also auch ein wenig Selbstironie und ein guter Packen Humor zur Lektüre dieses Buches.

Ehrlich gesagt kann ich mir aber kaum vorstellen, dass das alles Realität sein soll. Die Geschichte, wie Justyna nach Deutschland kommt, mag noch einigermaßen wahr sein, bei dem restlichen Teil der Handlung habe ich da aber so meine Zweifel.

Allerdings habe ich auch ein wenig mehr Geschichten aus deutschen Wohnungen erwartet. Gerade weil sie im letzten Kapitel bemerkt, dass es ja noch so viel zu erzählen gäbe. An dieser Stelle habe ich mir gedacht "Dann tu es doch bitte!", denn so ist es leider einfach nur ein Aufhänger für ein nächstes Buch - das übrigens am 2.April 2012 escheint; darüber darf man jetzt denken, was man will.

Ich habe in vielen Rezensionen - gerade auf ama*on - gelesen, dass sich viele über die Art und Weise des Schreibens und über die Stigmatisierung von Deutschen aufgeregt haben. Eine solche Handlung hätte angeblich auch ohne die Zusätze von "deutsch" und "polnisch" funktioniert.
Das lasse ich an dieser Stelle einfach mal so stehen und wer das Buch gelesen hat, der kann sich auch dazu mal seine Gedanken machen. Aber ich glaube, so wie man sich über die Klischees über Deutsche aufregt, darf man nicht in gleichen Teilen die über Polen aufrecht erhalten.

Monthly Theme

"Unter deutschen Betten" habe ich bei "Back to school" in der Kategorie Kunst gelesen. Jetzt fragt sich natürlich wieder jeder, an welcher Stelle das Cover künstlerisch sein soll; deswegen habe ich es einfach mal fotografiert:



Rubbelt man mit der Hand über die Buchstaben des Titels, so verfärben sich diese und werden weiß. Ein absoluter "Wisch und weg!"-Effekt ;)

Sonntag, 20. November 2011

[Rezension] Sebastian Fitzek "Splitter"

Inhalt

Der Sozialarbeiter Marc Lucas ist ein psychisches Wrack seit seine schwangere Frau in einem von ihm verschuldeten Unfall ums Leben gekommen ist.
Damit ist er auch empfänglich für ein Projekt namens "Lernen zu vergessen", bei dem schlechte Erinnerungen einfach gelöscht und nur die guten behalten werden.
Doch schon nach dem regulärem Gesundheitscheck vor Beginn der Therapie scheint Marc verrückt zu werden: Er sieht seine tote Frau, die ihn nicht in seine eigene Wohnung lassen will und begegnet sich selbst vor seinem Arbeitsplatz.
Zusammen mit einer weiteren Patientin des Projekts macht sich Marc auf die Suche nach der Wahrheit - ie Wahrheit über das Projekt und die Wahrheit über den Splitter in seinem Nacken.

Ausgabe

Taschenbuchausgabe aus dem Droemer Knaur Verlag mit 376 Seiten inklusive Danksagung.

Preis

Für 9.99€ erhältlich im gut sortierten Buchhandel.

Meine Meinung

Starke anfängliche Verwirrung, die langsam in Wut ob Nicht-Verstehens und dann in Wohlgefallen umschwenkt, weil endlich alles Sinn ergibt - so ungefähr war mein emotionaler Zustand während des Lesens dieses Buches.

Der Spannungsbogen ist in "Splitter" meines Erachtens nach im Vergleich zu allen anderen Büchern von Fitzek am besten gelungen. Man kann gut mit Marc Lucas mitfühlen, weil man sich im Endeffekt in der gleichen Situatuon befindet, wie er - man hat absolut keine Ahnung, was da gerade passiert. Ich wurde von dem großen Wunsch weitergetrieben, endlich zu erfahren, was mit ihm geschieht, wie er als Person in das große Ganze der Geschichte hinein passt.

Obwohl Marc nicht unbedingt ein Ausbund an Lebensfreude ist, ist sein Zustand nie in die Phase des Sich-Verkriechens hinein gefallen. Gut, er hat sich zu einem Zeitpunkt bei dem Projekt beworben, bei dem er nicht mehr ganz Herr seiner Sinne war, aber ich habe ihn nie als extrem wehleidig betrachtet. Er steckte in einer schlimmen Situation, konnte sich seiner eigenen Existenz nicht mehr ganz sicher sein, aber er hat sich nie in die Ecke gestellt und gewartet, dass etwas passiert, und das hat mir am Buch sehr gut gefallen. Marc kam nicht alles in den Schoß geflogen, er hat sich seine Erkenntnisse - so wenige es auch gewesen sein mögen - selbst erarbeitet.
Sein Schwiegervater war mir dabei von Anfang an irgendwie suspekt, da war eigentlich klar, dass da irgendetwas nicht stimmen konnte.

Was ich jedoch enttäuschend fand, war das Ende. Diese "niederen Beweggründe" hatte ich irgendwie nicht erwartet. Mir hätte eine große Verschwörung schon ein bisschen besser gefallen.

Im Fazit ist es ein sehr spannendes Buch, bei dem man sich auf viele unglaubliche Wendungen einlassen muss, um am Ende doch noch an die Wahrheit zu kommen.